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Faszination Imkern

Natürlich freut sich jeder Imker, wenn der eigene Honig goldgelb aus der Schleuder fließt. Das ist immer wieder ein besonderer Moment, der den Imker stolz macht, aber zugleich auch demütig angesichts dieses Naturwunders.

Bienen strahlen eine unvergleichliche Faszination aus. Und deshalb ist die Honigernte für die meisten Imker bei weitem nicht der wichtigste Grund, weshalb sie ihrer Beschäftigung nachgehen.

Allein die Tatsache, dass ein Organismus – das Bienenvolk – aus mehreren zehntausend, perfekt miteinander kommunizierenden Individuen besteht, lässt uns staunen. Und wie diese Kommunikation funktioniert, wie es dem Bienenvolk gelingt, sich unter ständig wechselnden Bedingungen gemeinsam zu entwickeln, das ist noch längst nicht vollständig erforscht.

Das Imkern verändert Dich. Wenn Du damit beginnst, stellst Du rasch fest, dass Du die Natur mit anderen Augen betrachtest. Du wirst zum aufmerksamen Naturbeobachter. Du lernst die Planzen in Deiner Umgebung kennen. Du registrierst, wann sie blühen. Der Beginn einer Jahreszeit ist kein Datum im Kalender mehr, sondern durch die Entwicklung der Natur bestimmt. Und Du erfährst, was diese Entwicklung für Deine Bienen bedeutet und wie Du sie am besten unterstützen kannst.

Kurz: Das Leben mit den Bienen ist eine einmalige Chance, lebenslang zu lernen. Es bedeutet aber auch eine große Verantwortung. Uns Imkern sind hochkomplexe und äußerst wertvolle Lebewesen anvertraut.

Ihre Majestät mit Gefolge. Ein Bienenvolk ist ein faszinierender Gesamtorganismus mit klar verteilten Zuständigkeiten.

Jederzeit und überall:

Live-Sendung aus dem Bienenvolk

Benedikt Haberkorn, der den Einsatz der Waage für den Imkerverein Jossgrund technisch und organisatorisch betreut.

Das Gewicht eines Bienenstocks verändert sich jede Minute. Zur Trachtzeit, wenn die Bienen eifrig Nektar sammeln, nimmt das Gewicht teilweise um mehrere Kilogramm pro Tag zu. Ab dem Sommer, wenn die meisten Trachtpflanzen verblüht sind, verbrauchen die Bienen hingegen ihre Vorräte. Das Gewicht geht zurück.

Um diese Zu- und Abnahmen genau zu beobachten, gibt es Stockwaagen. Sie messen das Gewicht beziehungsweise dessen Zu- und Abnahme permanent, speichern diese Informationen und übertragen sie ins Internet. Über eine solche Waage verfügt der Imkerverein Jossgrund seit Juni 2023.

Für den Imker bietet die Waage wertvolle Informationen. Er kann so genau planen, wann es Zeit im Frühjahr Zeit ist, die Honigräume aufzusetzen. Oder – im umgekehrten Fall – wann die Honigernte naht und wann die Bienen Futter brauchen.

Doch eine moderne Stockwaage kann noch mehr. Sie verfügt auch über ein Thermometer, das die genaue Temperatur im Inneren des Bienenstocks misst. Auch das ist keineswegs eine Spielerei. Die Temperaturentwicklung zeigt dem Imker, ob das Bienenvolk gerade Brut aufzieht oder ob es sich im brutfreien Zustand befindet. Eine wichtige Information, um den optimalen Zeitpunkt zur Behandlung der Bienen gegen die Varroa-Milbe zu bestimmen. Mehrere Behandlungsmethoden setzen Brutfreiheit voraus, um ihre Wirkung zu entfalten.

Zudem verfügt die Stockwaage über eine komplette Wetterstation, deren gesammelte Daten ebenfalls in Echtzeit übertragen werden.

„Wir können jetzt also zu jederzeit beobachten, was bei unseren Bienen los ist, auch wenn wir beispielsweise zig Kilometer entfernt im Büro sitzen“, erklärt Benedikt Haberkorn, der den Einsatz der Waage für den Imkerverein Jossgrund technisch und organisatorisch betreut. Eines seiner Bienenvölker ist nun das „gläserne“ Volk, das allen Imkern der Region bei der Planung ihrer Arbeiten hilft.

Von überall aus in Bienenvolk hineinschauen – das können übrigens nicht allein die Jossgründer Vereinsimker. Die Informationen stehen öffentlich zur Verfügung. „Das war eine Voraussetzung für die Förderung durch den Landesverband Hessischer Imker“, erläutert Benedikt Haberkorn. Der Landesverband hat die Waage angeschafft und dem Verein zur Nutzung überlassen – unter der Bedingung, dass die Stockwaage in das so genannte „Trachtnet“ eingebunden wird, einem bundesweiten Netzwerk von Stockwaagen.

Wer also direkt mal einen „Blick“ in das gläserne Jossgründer Bienenvolk werfen möchte, kann das jederzeit unter folgendem Link tun:

https://app.wolf-waagen.de/public/report/scale/P6J9XX

Kreiswerke Gelnhausen spenden Spitzenvolk

Neue Perspektiven für die heimische Bienenzucht

Neue Bienenvölker von der Züchterin Trixi Hein-Schmidt, gespendet von den Kreiswerken Gelnhausen.

Die Eigenschaften eines Bienenvolks hängen von mehreren Faktoren ab. Ein wichtiger Faktor ist die Genetik der Bienenköniginnen – schließlich sind alle weiteren Individuen im Bienenvolk ihr Nachwuchs. Bienenzüchter achten deshalb darauf, ausschließlich Bienenvölker zur Nachzucht zu verwenden, die besonders gute Eigenschaften aufweisen. Die Jossgründer Imker haben dabei jetzt neue Möglichkeiten.

Die Kreiswerke Gelnhausen haben den Imkervereinen im Main-Kinzig-Kreis insgesamt vier erstklassige Zuchtvölker finanziert. Eines davon steht seit Frühjahr 2023 beim Imkerverein Jossgrund. „Diese großzügige Spende eines Zuchtvolks ermöglicht es uns, den genetischen Pool unserer Bienen kontinuierlich zu verbessern“, bedankt sich Vereinsvorsitzender Edwin Hagemann bei Kreiswerke-Chef Oliver Habekost.

Ein besonders wichtiges Kriterium bei der Auswahl von Zuchtvölkern ist die Toleranz des Bienenvolks gegenüber dem tödlichen Parasiten: der Varroa-Milbe. Nicht alle Bienenvölker sind gleichermaßen anfällig gegenüber dem Todfeind. Einige haben gelernt, sich gegen die Milbe aktiv zur Wehr zu setzen. Besonders diese Eigenschaft gilt es gezielt zu vermehren und damit die Notwendigkeit des Einsatzes von Medikamenten schrittweise zu reduzieren.

Die von den Kreiswerken gespendeten Völker stammen von der Züchterin Trixi Hein-Schmidt aus Hafenlohr, die sich aktiv in der Arbeitsgemeinschaft Toleranzzucht (AGT) für den Aufbau varroaresistenter Bienenpopulationen engagiert.

Die Jossgründer Imker laden ausdrücklich auch Imker-Kollegen aus benachbarten Orten und Vereinen ein, sich dieses hervorragenden Zuchtstoffs zu bedienen. Termine zum Umlarven können per Email unter vorstand@imker-jossgrund.de vereinbart werden.

Zucht als Gemeinschaftsprojekt

Ein Volk für alle Fälle

So ein Bienenvolk muss schon einiges können, um gesund und vital zu bleiben und obendrein seinem Imker Freude zu bereiten. Sanftmütig sollte es sein, nicht zu viel Lust am Schwärmen entwickeln, viel Brut anlegen und aufziehen und – vielleicht am wichtigsten – möglichst widerstandsfähig gegen den Bienenfeind Nummer eins sein: die gefürchtete Varroa-Milbe.

Ob und wie stark ein Bienenvolk diese und weitere positive Eigenschaften in sich vereint, hängt wesentlich von der Qualität der Königin ab. Schließlich sind alle Bienen im Stock Töchter und Söhne dieser einen Mutter.

Bienenzüchter vermehren deshalb gezielt Königinnen aus Völkern mit diesen Eigenschaften. Dieser wichtigen Aufgabe kann jeder Imker mit viel Aufwand selbst nachkommen oder seine Königinnen einfach bei einem Züchter seines Vertrauens erwerben.

Die Jossgründer Imker haben sich 2022 entschieden, das Züchten gemeinsam anzupacken. Aus Mitteln der Vereinskasse haben sie sich gemeinsam ein prämiertes Spitzenvolk geleistet, das die oben erwähnten Eigenschaften nachgewiesen hat. Die königliche Hoheit dieses Bienenvolks produziert fortan nicht nur Nachwuchs im eigenen Stock, sondern liefert Zuchtstoff, sprich: jüngste Larven, die alle interessierten Jossgründer Vereinsimker in den eigenen Völkern zu erstklassigen Majestäten heranwachsen lassen können.

Das schafft nicht nur eine verbesserte genetische Grundlage im gesamten Bezirk, sondern regt auch zum gemeinsamen Ausprobieren und Erlernen der geeigneten Vermehrungs- und Aufzuchtmethoden an. Spaß gemacht hat das gemeinsame Züchten im Premierenjahr ohnehin.

Und wem gehört der Honig aus dem gemeinsamen Vereinsvolk? Den verwenden die Jossgründer Imker unter anderem als Präsent für die zumeist sehr jungen Besucherinnen und Besucher, die sich im Rahmen von Ferienspielen und Schulprojekten immer wieder beim Verein über die Bienenhaltung informieren. Einen Bienenvolk für alle – das Konzept geht auf.

Schwarmstimmung

Wenn Bienen ausziehen

Die Eigenschaften eines Bienenvolks hängen von mehreren Faktoren ab. Ein wichtiger Faktor ist die Genetik der Bienenköniginnen – schließlich sind alle weiteren Individuen im Bienenvolk ihr Nachwuchs. Bienenzüchter achten deshalb darauf, ausschließlich Bienenvölker zur Nachzucht zu verwenden, die besonders gute Eigenschaften aufweisen. Die Jossgründer Imker haben dabei jetzt neue Möglichkeiten.

Die Kreiswerke Gelnhausen haben den Imkervereinen im Main-Kinzig-Kreis insgesamt vier erstklassige Zuchtvölker finanziert. Eines davon steht seit Frühjahr 2023 beim Imkerverein Jossgrund. „Diese großzügige Spende eines Zuchtvolks ermöglicht es uns, den genetischen Pool unserer Bienen kontinuierlich zu verbessern“, bedankt sich Vereinsvorsitzender Edwin Hagemann bei Kreiswerke-Chef Oliver Habekost.

Ein besonders wichtiges Kriterium bei der Auswahl von Zuchtvölkern ist die Toleranz des Bienenvolks gegenüber dem tödlichen Parasiten: der Varroa-Milbe. Nicht alle Bienenvölker sind gleichermaßen anfällig gegenüber dem Todfeind. Einige haben gelernt, sich gegen die Milbe aktiv zur Wehr zu setzen. Besonders diese Eigenschaft gilt es gezielt zu vermehren und damit die Notwendigkeit des Einsatzes von Medikamenten schrittweise zu reduzieren.

Die von den Kreiswerken gespendeten Völker stammen von der Züchterin Trixi Hein-Schmidt aus Hafenlohr, die sich aktiv in der Arbeitsgemeinschaft Toleranzzucht (AGT) für den Aufbau varroaresistenter Bienenpopulationen engagiert.

Die Jossgründer Imker laden ausdrücklich auch Imker-Kollegen aus benachbarten Orten und Vereinen ein, sich dieses hervorragenden Zuchtstoffs zu bedienen. Termine zum Umlarven können per Email unter vorstand@imker-jossgrund.de vereinbart werden.

Der Schwarm am Baum.

Der Schwarm wird eingefangen.

Der Schwarm läuft ein.

Der Schwarm ist in der Kiste.

Zwischenbilanz

2021: Eine imkerliche Herausforderung

Dass die Imkerei nie nach Schema F verläuft, macht diese Aufgabe so faszinierend und erlebnisreich. Die Natur ist nicht planbar.

In diesem Frühjahr und Sommer bekamen das die Imker und ihre Bienen besonders deutlich zu spüren. Ein außergewöhnlich kühles Frühjahr ließ die Frühtracht erst mit mehrwöchiger Verspätung einsetzen. Und als die Obstblüte, der Löwenzahn und frühe Beerensträucher dann endlich aufgingen, setzen nasse Tage ein, an denen die Bienen nur selten geeignetes Flugwetter fanden, um den Nektar zu sammeln.

Das führte dazu, dass die Bienenvölker teilweise noch im Mai vom Imker mit Futter versorgt werden mussten. Zu diesem Zeitpunkt dreht sich in guten Jahren schon zum ersten Mal die Honigschleuder zur Ernte. Der „Notstand“ führte in unserer Region auch vielfach zu einer verlangsamten Entwicklung der Bienenvölker.

Erst mit dem Beginn des Sommers bekamen die Jossgründer Bienen die Chance, aufzuholen. Und tatsächlich legten sich die meisten Völker zur Sommertracht mächtig ins Zeug. Ein Jahr ohne Honig – wie mancher schon befürchtete – wird 2021 also nicht. Die Kunden der Jossgründer Imker dürfen sich auf aromatischen Sommerhonig freuen.

Saisonstart 2021

Neustart im Bienenvolk

Der Frühling ist da. Die Temperaturen steigen, die Vegetation erwacht. Und damit beginnt auch für die Bienenvölker eine neue Lebensphase. Im Winter hatten sich die Bienen im Stock zu einer Kugel zusammengezogen, um sich gegenseitig zu wärmen. Sie hatten ihre Aktivität stark eingeschränkt und die anstrengende Aufzucht von Brut und Jungbienen fast völlig eingestellt. Es ging in den vergangenen Monaten nur darum, dass genügend Bienen den Winter überleben, um im Frühjahr wieder ein starkes Volk aufbauen zu können.

Genau das geschieht jetzt. Die Bienenkönigin legt wieder bis zu 2.000 Eier am Tag. Bis zur Kirschblüte will das Volk wieder so stark sein, dass es die Tracht optimal nutzen kann, und legt sich richtig ins Zeug – sehr zur Freude des Imkers. Das ist eine anstrengende Phase für das Bienenvolk, denn das Wärmen und Füttern der neuen Brut braucht viel Energie.

Bei uns im Jossgrund setzt diese Zeit, bedingt durch die Mittelgebirgslage, normalerweise bis zu drei Wochen später ein als beispielsweise in sonnigen Flusstälern. Aber auch in unserer Region sind die Bienenvölker inzwischen durchgestartet. Die Bienen haben ihren Reinigungsflug hinter sich und finden mit der Salweide erste Nahrung in Form von Pollen und Nektar.

Die Jossgründer Imker freuen sich auf ein spannendes Bienenjahr 2021.

Es ist wieder was los am Flugloch. Die Bienen nutzen die ersten Sonnentage, lösen die Wintertraube auf und gehen auf ihren Reinigungsflug.